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Measurements in the Addictions for Triage and Evaluation

Der MATE (Measurements in the Addictions for Triage and Evaluation) wurde entwickelt, weil Bedarf für ein Set von Instrumenten speziell für die Anwendung in Europa gesehen wurde, welches up-to-date und sowohl konzeptuell als auch empirisch fundiert ist und in die bestehende medizinische Versorgung in Bezug auf die Terminologie und die erfassten Konstrukte integrierbar ist. Die erste Version des MATE wurde 2007 in den Niederlanden überprüft. Ergebnisse dieser Studie wurden 2010 in der Zeitschrift Addiction publiziert (Schippers et al., 2010). Basierend auf dieser Studie wurde 2007 eine zweite Version des MATE (2.01) entwickelt. In der aktuellen, überarbeiteten Version (2.1) wurden die Erfahrungen vieler Anwender integriert und viele Verbesserungen vorgenommen.

Angela Buchholz war beteiligt an der Forschung zum MATE in den Niederlanden und in Deutschland und hat die deutsche Version des MATE erstellt. Sie hat substantiell zu diesem Manual beigetragen. Die MATE-Familie ist intellektuelles Eigentum von Gerard M. Schippers und Theo G. Broekman. Sie stellen ihn kostenlos für die nicht-kommerzielle Anwendung zur Verfügung.
Wir sind darvon überzeugt, dass der MATE als ein valides, reliables und andwendbares Instrument zur Erfassung von Personenmerkmalen darstellt, welches sowohl für die Behandlungsallokation (Triage) als auch zum Monitoring und zur Erfassung von Behandlungsergebnissen (Evaluation) von Behandlungsmaßnahmen in der Suchthilfe eingesetzt werden kann.

Gerard M. Schippers
Theo G. Broekman
Angela Buchholz
Juni 2011 Amsterdam/Nijmegen/Hamburg

Angela Buchholz (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Der MATE im überblick

Der MATE

1.   wurde konstruiert, um valide und reliabel verschiedene Patientencharakteristika für die Zuweisung zu Behandlungsmaßnahmen der Suchthilfe und deren Evaluation zu erfassen.

2.   ist praktikabel für den Versorgungsalltag und akzeptabel für diejenigen, mit denen er durchgeführt wird. Er ermöglicht die Beurteilung sowohl von Beeinträchtigungen als auch von Ressourcen einer Person, basiert auf den Klassifikationssystemen der WHO und beinhaltet die besten momentan verfügbaren Messinstrumente, bzw. Teile daraus.

3.   erfasst unter anderem den Konsum psychoaktiver Substanzen, die Suchtbehandlungsgeschichte und das Ausmaß des Verlangens nach psychoaktiven Substanzen.

4.   wurde als Hilfsmitel zur Diagnostik substanzbezogener Störungen gemäß der Achsen des DSM-IV entworfen.

5.   ermittelt das Ausmaß, in dem die Person aktiv am geselschaftlichen Leben teilhat, identifiziert mögliche Umweltfaktoren, die die Teilhabe beeinflussen und den daraus resultierenden Hilfebedarf und ist generell für die Anwendung bei Personen mit psychischen Störungen geeignet.

6.   identifiziert Indikatoren für medizinische oder psychiatrische/psychologische Konsultationen. Dies geschieht durch die Erfassung von Informationen zu körperlichen Krankheiten und Problemen sowie durch die Erfassung von Symptomen der Angst, Depression und anderer psychischer Störungen, einschließlich der Persönlichkeitsstörungen.

7.   ist nicht für den Gebrauch in medizinischen oder psychiatrischen Krisensituationen geeignet.

8.   ermöglicht nicht die Diagnose anderer medizinischer oder psychiatrischer Erkrankungen außer den substanzbezogenen Störungen. Es werden jedoch Patienten identifiziert, die genauere diagnostische Untersuchungen benötigen könnten.

9.   enthält Algorithmen zur Bestimmung des Schweregrads der Substanzabhängigkeit, dem Ausmaß psychiatrischer Komorbidität und sozialer Desintegration sowie der Suchtbehandlungsgeschichte. Die Kennwerte, die durch diese Algorithmen berechnet werden, können verwendet werden, um für jede Person die angemessene Behandlungsintensität (level of care) entsprechend des Entscheidungsbaums von deWildt et al. (2002) und Merkx et al. (2007) festzustellen.

10.   erlaubt Monitoring und Evaluation der aktuellen Behandlung in Bezug auf den Konsum psychoaktiver Substanzen und pathologisches Glücksspiel, physischer und psychiatrischer Symptome, Aktivitäten und Partizipation sowie von Faktoren, die den Hilfebedarf beeinflussen.

11.   liefert 20 verschiedene Kennwerte.

12.   folgt einem umfassenden Leitfaden zur Interviewdurchführung und Bewertung der Interviewresultate.

13.   folgt einem Interviewformat mit umfassenden Beschreibungen, Tipps und Hinweisen. Für den MATE-ICN, werden für alle Domänen Ankerpunkte zur Beurteilung vorgegeben.

14.   ist aufgrund seiner modularen Struktur flexibel und übersichtlich.

15.   kann in ungefähr einer Stunde vollständig durchgeführt werden.

16.   kann vollständig computergestützt bearbeitet und ausgewertet werden.